Schachverein  Freital e.V. 
109 Jahre Schachgeschichte im Plauenschen Grund und der Freitaler Region

Vereinsgeschichte

108 Jahre Schachgeschichte im Plauenschen Grund und der Freitaler Region

Liebe Schachfreunde,

Im Jahr 2021 feiert der Schachverein Freital sein 30jähriges und die Stadt Freital ihr 100jähriges Jubiläum. Dies war der Anlass alles Wissenswerte um die Schachgeschichte im Plauenschen Grund und das Freitaler Schach zusammenzutragen und dann in gebundener Form zu präsentieren. Das Büchlein versucht die Geschichte in unterhaltsamer Art und Weise zu erzählen, es sind Bilddokumente enthalten, interessante Tabellen, kommentierte Partien von Vereinsmitgliedern aus verschiedenen Zeiträumen, alle uns vorliegenden Fakten und allerlei Interessantes und Kurioses um unseren Schachverein und das Schach. Im Dezember 2021 ist es nun soweit sein.                    

Ab sofort ist es möglich das Buch (DIN A4 130 Seiten) für 10,00 Euro über den Verein oder direkt über die Autoren Heinz Gappel und Friedbert Mückan ( siehe Kontakt) zu bestellen.



Inhaltverzeichnis

Seite

Vorwort

3

Zeitraum 1913 - 1959  

5

Zeitraum 1960 - 1975

17

Zeitraum 1976 - 1990

32

Zeitraum 1991 - 2000

49

Zeitraum 2001 - 2010

60

Zeitraum 2011 - 2020

70

Das Interview zum 30jährigen Jubiläum       

85

Schachsplitter

90

Mannschaftsresultate des SV Freital   

113

Vereinsturniere des SV Freital    

114

Erfolge im Nachwuchsschach über Kreisebene   

115

Windbergpokalturnier

117

Internationale Vergleichskämpfe  

119

Kreismannschaftsmeisterschaften        

120

Stadtliga Dresden           

121

Freitaler Schachtag    

123

JVA Dresden OPEN   

127

Quellen-und Literaturverzeichnis

128



Leseprobe Seite 5

Von der Gründung bis in die 1950er Jahre

Der Schachverein Plauenscher Grund wird im Oktober 1913 in Döhlen (Ersterwähnung 1206 - heute Freitaler Stadtteil) als Arbeiterschachverein gegründet. Es ist eine spannende Zeit im sächsischen Schach! 1892 und 1926 finden in Dresden die Kongresse des Deutschen Schachbundes mit den Siegern Dr. Siegbert Tarrasch und Aaron Nimzowitsch statt.                                                                                                                          Und überhaupt…Deutschland ist Weltmeister! Emanuel Lasker trägt seit mittlerweile 19 Jahren die Krone.       Die Gründung fällt in eine Findungsphase des Arbeiterschachs. Während eine Seite, darunter auch der Herausgeber der Deutschen Arbeiter-Schachzeitung, von Wingefeld, „einfach“ nur spielen wollen, gibt es eine andere Strömung, die im Schachspiel eine Waffe im Klassenkampf sehen. Ein Wegweiser, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln werden, ist die Wahl des ersten Vorsitzenden des im Frühjahr 1912 gegründeten Deutschen Arbeiterschachbundes (DASB). Mit Robert Oehlschläger, dem Gründer des ersten Arbeiter-schachvereins (1903) in Deutschland, übernimmt ein Genosse das Zepter.                                                      In der Bundesvorstandssitzung am 20.Juni 1914 tritt unser Schachverein, als einer der Ersten in der Dresdner Umgebung, dem Deutschen Arbeiterschachbund bei. Dies ist insofern interessant, da der Dresdner Arbeiterschachklub, als größter Dresdner Verein, weiter neutral bleibt. Zu finden war man nun im 6. Kreis (Freistaat Sachsen und Altenburg) und 4. Bezirk (Freital). Zu damaliger Zeit war der Kreis dem Bezirk übergeordnet.                                                                                                                                                     Erster Vorsitzender wird der Döhlener Friseurmeister Kurt Böttcher. Ein Liebhaber des Schachspiels, in dessen Laden immer ein Schachspiel zu Verkürzung der Wartezeit bereitsteht. Anfang der 20er ist jener auch beteiligt an der Bildung von Schachabteilungen in Leuben, Neustadt, Weinböhla und Radebeul. Später führt Richard Birndt das Amt aus.                                                                                                                                Ein weiterer mit dem Freitaler Schach eng verbundener Name ist der, des Augenarztes Dr. Hugo Göring (Tochter Helga Göring-DDR Schauspielerin). Um 1910 noch Vereinsvorsitzender des in Helmerts Konditorei spielenden Meißner Schachvereins, fördert er später vielfältige Aktivitäten in der Freitaler Region. Wohnhaft war er zur damaligen Zeit auf der Unteren Dresdner Straße, seit seinem Tod 1928 ist seine letzte Ruhestätte auf dem Johannesfriedhof in Dresden-Tolkewitz.                                                                                                 Einen Monat nach dem Beitritt zum DASB beginnt der 1.Weltkrieg und damit wird die hoffnungsvolle Entwicklung im Arbeiterschach gebremst. Die Einschnitte sind so schwerwiegend, dass die Bewegung nach dem Ende des Krieges vor einem Neuanfang steht. Weiterhin ungeklärt ist auch die politische Ausrichtung des DASB. Das von der Sozialdemokratie dominierte Arbeiterschach steht schon auf dem Boden des proletarischen Klassenkampfes, sieht aber in den Kommunisten ihren Hauptfeind. Dieses Zerwürfnis wird später, wie in der „großen" Politik, noch enorme Probleme heraufbeschwören. Im Jahr 1919 aber kann man in der Arbeiter-Schachzeitung lesen, dass in Döhlen der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde.             Gerade in den Jahren nach der Gründung der Stadt Freital (entstand am 01.Oktober 1921 aus den Gemeinden Döhlen, Deuben und Potschappel) gab es viele Spiellokale in verschiedenen Stadtteilen, so dass an jedem Wochentag Schach gespielt werden konnte. Stellvertretend sollen hier genannt werden die Restaurants Hempel, Böhme, "Zur Linde" und das noch bis 2016 geöffnete Lokal "Krug zum grünen Kranze".                                                                                                                                                             Auf der ordentlichen Hauptversammlung im Januar 1922 zeigt man sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Vereins. Erfreulich sei der aktuelle Mitgliederbestand von 79 Schachspielern, wie auch die finanziellen Rücklagen mit 708,80 Mark Barvermögen und ca.4000 Mark Inventarbestand. Der monatliche Beitrag betrug zu dieser Zeit 3,- Mark.                                                                                                                                    Das 10-jährige Bestehen des Vereins feiert man dann in der bekannten Freitaler Gaststätte „Hopfenblüte", ebenfalls ein Spiellokal.  Aus der Festrede kann man entnehmen, dass der Verein durch die Initiative von 5 Gründungsmitgliedern entstand und nun mittlerweile weit über 100 Mitglieder zählte.                                  Dem nach wie vor amtierenden Vorsitzenden Kurt Böttcher wird hier für sein Engagement herzlich gedankt. Das Jahr 1923 ist auch sportlich ein gutes Jahr zum Feiern. Hinter Dresden und Bautzen gelingt den Freitaler Schachspielern ...